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Unbegründete Ängste. Die 24. Pariser Antiquitäten-Biennale

“Die in Genf und New York ansässige Galerie Phoenix Ancient Art verfügt über eine kleine Goldbüste des Kaisers Licinius aus dem 3. Jahrhundert für 950 000 Euro.”

Olga Grimm-Weissart, New Zurcher Zeitung  

Bereits am 9. September, zwei Tage vor der offiziellen Eröffnung der 24. Biennale des Antiquaires im Pariser Grand Palais, verzeichneten die Aussteller anlässlich des Gladiners mit Dresscode Smoking und Abendkleid, das vor den 94 Ständen serviert wurde, einen kommerziellen, ästhetischen und organisatorischen Erfolg.

Aud am Vernissage-Abend des 10. September, als sich einen dichte Menge unter der Glaskuppel des Grand Palais drängte, wurden Transaktionen abgewickelt. Die Bedenken, dass die unsichere Finanzlage sich auf die luxuriöse Pariser Antiquitäten-Biennale auswirken könnte, erwiesen sich dementsprechend als unberechtigt.

Die Anordnung und optische Gestaltung der Kojen ist diesmal (im Gegensatz zu 2006) sehr gelungen. Die Stände sind gruppenweise jeweils um einen (nach oben zum Glasdach offenen) Patio ruhige Zone für diskrete Verhandlungen mit den Sammlern dient. De Rahmen ist eine moderne Reminiszene an das Art déco.

Alle erdenklichen Marktsegmente sind auf der Antiquitäten-Biennale vertreten: Das stärkste bleibt der Möbel-und Objets-d'art-Sektor, dessen historische Bandbreite vom Mittelalter bis in die 1970er Jahre reicht. Zu den auf das 18. und 19. Jahrhundert spezialisierten Pariser Händlern Aaron, Aveline-Rossi, Chadelaud, Gismondi, Kraemer, Léage, Lupu, Perrin, Steinitz kommen die Art-déco-Galeristen Vallois, l'Arc en Seine, Willy Huybrechts und die Jugensdtil-Spezialisten Macaux (Brüssel) und Bel Etage (Wien). Die Design-Galeristen Patrick Seguin, François Laffanour (Downtown) und Philippe Jousse erobern nach der Tefal in Maastricht und der Fiac (Pariser Gegenwartkunst-Messe) auch die Pariser Biennale. Auf dem Altmeister-Sektor bieten Robilant & Voena (London/Mailand), de Jonckheere, Bernheimer (München), Richard Green (London) ein weniger spektakuläres Angebot an als ihre Moderne-Kollegen Krugier (Genf), Landau (Montreal), L&M Arts (New York), die mit Picasso-Gemälden von bis zu 10 Millionen Euro, mit Magrittes "Les grâces naturelles" von 1948 für 9.5 Millionen Euro bzw. einem Mark Rothko für 14.5 Millionen Dollar aufwarten.

Die in Genf und New York ansässige Galerie Phoenix Ancient Art verfügt über eine kleine Goldbüste des Kaisers Licinius aus dem 3. Jahrhundert für 950 000 Euro. Der China-Spezialist Christian Deydier zeigt einen mit Gold belegten, mit Perlen und Halbedelsteinen verzierten Bronzespiegel aus der Tang-Dynastie (7. Jahrhundert), Antoine Lebel (Brüssel) ein Plateau aus Chinalack, das zwischen 1710 und 1714 für den legitimen Sohn Ludwigs XIV, Louis-Auguste de Bourbon, hergestellt wurde und mit 48 000 Euro preiswert erscheint. Denn selbst die Antiquare wetteifern im Hochpreisbereich: Der Hamburger jörg Günther hält mit einem illuminierten Pergament-Manuskriptbant des Ludolphus Carthusiensis von 1506 bis 1508 für 2.4 Millionen Euro den Rekord vor den Parisrn Clavreuil, Vrain, Chamonal und Les Enluminures.

Die nicht auf der Biennale ausstellenden Händler bieten Sonderausstellungen wie die Brüder Kugel, die vom Wiener Liechtenstein-Museum Bronzeskulpturen als Leihgaben zeigen. Der Belgier Axel Verwoordt mietet bis zum 23. November die Kapelle der Pariser Kunstakademie, wo er archaische bis Gegenwartskunst-Objekte zeigt. Im Pariser Jagdmuseum empfing der Brüsserler Silberhändler Bernard De Leye seine Kunden (Bis 21. September).

 

 

 

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